Spagyrik nach Paracelsus und Zimpel

Spagyrik - Heilpraktiker Thomas Neß, Dresden

Spagyrik ist ein alchimistisches Verfahren zur Aufbereitung von Heilkräutern, Edelsteinen und Metallen. Spagyrik bedeutet, daß die Substanzen drei Prozesse des Trennens und Verbindens durchlaufen. Dabei sollen diese drei Prozesse der menschlichen Gliederung in Leib, Seele und Geist entsprechen (am Beispiel der Pflanzen):

  • Leib – mineralische Salze der Pflanze nach Einäscherung
  • Seele – flüssiger Auszug aus der Pflanze
  • Geist – ätherische Öle der Pflanze nach Destillation

Wenn diese drei Zubereitungen in der spagyrischen Essenz vereinigt werden, entsteht ein potenziertes Heilmittel, das auf die Struktur des Menschen abgestimmt sei. Die Anwendungsgebiete der spagyrischen Essenzen entsprechen nicht nur der traditionellen Pflanzenheilkunde, sondern decken - so meine ich - auch die energetischen Dimensionen von Seele und Geist ab.

Während die traditionellen Heilkräuter - aufgrund ihrer Wirkstoffe - meistens auch schulmedizinisch anerkannt werden, trifft dies auf die höheren Dimensionen der spagyrischen Mittel nicht zu. Dabei enthalten die spagyrischen Arzneimittel einiger Hersteller die meisten Wirkstoffe ihrer Ausgangssubstanzen in unverdünnter Form (Urtinktur). Denn die dreifache Verarbeitungsmethode in der Spagyrik gewährleistet eine nach der Lehre maximale Ausbeute sämtlicher Wirkstoffe der Pflanze, wobei potentiell giftige Inhaltsstoffe in ungiftige transformiert werden. Alternativ werden die Tinkturen zu einer niedrigen homöopathischen Potenz verarbeitet. Je nach Anwendungsgebiet kann der Therapeut also verschiedene Akzente setzen.

Es handelt sich hier um Erfahrungsheilkunde, die von Zimpel und seinen Schülern in die Naturheilkunde eingeführt wurde, wo sich alchemistische Überlegungen mit Grundprinzipien der Homöopathie verquicken. Folgerichtig ordnet der Gesetzgeber die Spagyrika auch den Homöopathika und damit den anerkannten besonderen Therapierichtungen zu.